Briançon ist die höchstgelegene Stadt der Alpen und von mehreren Gebirgsgruppen umgeben. Die Stadt war zeitweilig eine Industriestadt und hatte auf Grund ihrer Nähe zu Italien auch eine entsprechende militärische Bedeutung. Sie ist von insgesamt sieben Forts umgeben und die sehenswerte Altstadt verschanzt sich hinter den Festungsmauern der Cité Vauban. Nach Alpenidylle im Sinne bayerischer oder südtirolerischer Orte wird man in Briançon vergeblich suchen.

Zu den umgebenden Gebirgsgruppen:

Die Dauphiné-Alpen mit dem südlichsten 4000er der Alpen, der Barre des Ecrins, sind sicher am bekanntesten. Deren erster bedeutsamer Gipfel im Nordosten der Gruppe ist der Sommet du Prorel, welcher rasch von der Bergstation der Prorel-Seilbahn ereichbar ist, zugleich der östliche Endpunkt des Ski-Gigantismus von Serre Chevalier. Ein weiterer Berg im gleichen Kamm ist der Sommet de l'Eychauda, welcher einen der höchsten Punkte des Ski-Gebietes von Serre Chevalier darstellt und eine hervorragende Aussichtswarte auf den Mont Pelvoux ist. Die hier vorgestellte Tour berührt das Ski-Gebiet erst ganz zum Schluß.

Im Norden von Briançon und Montgenèvre hat die Gruppe der Grandes Rousses ihren südöstlichen Endpunkt. Die Straße zum Col Granon bietet hoch gelegene Ausgangspunkte für die Grande Peyrolle und den Grand Area. Nördlich von Montgenèvre befindet sich mit dem Mont Chaberton der leichteste und Briançon am nächsten stehende 3000er. Er zeigt, daß der Gebirgskrieg nicht nur eine dolomitische Angelegenheit war und steht auf besonders drastische Weise für menschlichen Kriegs- und Rüstungswahn, ist aber andererseits ein erstrangiger Aussichtsberg mit Sicht bis zum Mont Blanc.

Östlich und südöstlich von Briançon befindet sich der nordwestliche Bereich der Cottischen Alpen. Die Straße über den Col d'Izoard ist in Radsportkreisen eine Legende. Hier werden mit den Gipfeln Clot la Cime, l'Arpelin und Créte du Tronchet drei Kurztouren im Bereich des Col d'Izoard vorgestellt.

Mit der Aiguille Rouge und dem Pic du Lac Blanc werden noch zwei Berge aus dem westlichen Bereich der Grajischen Alpen vorgestellt mit Anstiegen aus dem Vallee de Clarée, die an landschaftlicher Schönheit kaum zu übertreffen sind.

Hinweis: bei der Einteilung der Alpengruppen folge ich der Einteilung auf skitour.fr/topos/.

Vor der Tour oder dem Klettern steht oft die Anfahrt auf der route en terre, unasphaltierten Naturstraßen, im PKW häufig nur im 1. Gang befahrbar. Dafür erreicht man so hoch gelegene Ausgangspunkte, was angesichts kaum vorhandener Alpenvereinshütten sehr hilfreich ist.

Kurze Touren:

Prorel, 2566 m

Der Prorel ist der Hausberg von Briançon und mit Benutzung der Seilbahn eine Mini-Tour.

Tour: Von der Bergstation der Prorel-Seilbahn folgt man dem einfachen Wanderweg Richtung WNW. Man kann noch den kleinen Abstecher zum Croix de la Nore mitnehmen. Die Mühen halten sich sehr in Grenzen: ca. 200 Hm, Zeitaufwand etwa 50 min. für Auf- und Abstieg.

Col des Ourdeis, 2420 m

Eine Mini-Tour nördlich des Col d'Izoard. Geparkt wird an der D 902 an der Abzweigung der Naturstraße zu den Chalets d'Izoard etwas oberhalb der Markierung „Altitude 2117 m” bei einer Linkskurve.

Anfahrt zum Ausgangspunkt bei maps.google.de

Tour: Auf der Naturstraße in westlicher Richtung zu den Ruinen der Chalets d'Izoard und von da weglos weiter in südlicher Richtung über Wiesen zum Col des Ourdeis in nur geringer Steigung. Das weglose Gehgelände ist kinderleicht. Der Zeitaufwand beträgt ca. 1,5 h für Hin- und Rückweg, ca. 300 Hm.

Lac de l'Orceyrette

Ein wunderschöner See im Tal der Orceyrette. Parken am besten am Plan Peyron (Picknickplatz) oder bei den Chalets des Ayes.

Anfahrt zum Ausgangspunkt bei maps.google.de

Tour: Entweder auf Naturstraße oder auf dem Weg links der Orceyrette (am orographisch rechten Ufer) talaufwärts bis zum See, welchen man komplett umwandern kann.

Wetter-Tipps

Wir erlebten das Briançonnaise als von der Sonne verwöhnte Alpenregion. Wenig Gewitter, wenige Regenfälle, aber wenn es regnet, dann meist heftig. Was man immer dabei haben sollte, ist ein Windschutz. Auch bei Sonnenschein haben wir im Hochsommer stürmische Winde erlebt, die uns auch mal zum Tourenabbruch genötigt haben. Morgens ist es oft sehr kalt. Selbst wenn um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag um die 30 °C oder mehr erreicht werden, kann es am Morgen ohne weiteres 5 °C geben.

Führer-Literatur

Die vor Ort erhältlichen Führer bedienen einerseits Bergwandern familienfreundlich, andererseits harten Alpinismus. Während in den Ammergauer Alpen beispielsweise bei drei wanderbaren Bergen vielleicht zehn Anstiege auf Wanderwegen bestehen, besitzen rund um Briançon bei zehn wanderbaren Bergen vielleicht drei einen Wanderweg, der auch in den Karten verzeichnet ist. In den französischen Alpenvereinsführern sind ausschließlich Winteraufstiege verzeichnet. Folgende französische Führer sind für das Gebiet empfehlenswert:

„Briançonnaise
Guisane, Clarée, Vallouise, Cerveyrette”
von Isabella Garneret-Ravel

Dieser Führer enthält 30 Tourenvorschläge. Man kann die Tourenbeschreibungen mit dazugehörigem Kartenausschnitt einzeln ausheften und in die beiliegende Klarsichthülle stecken und diese so mit auf die Tour nehmen.

„50 sommets sans corde dans les Hautes-Alpes”
von Pierre Maes

Dieser Führer enthält 10 Tourenvorschläge in der näheren Umgebung von Briançon, u.a. den Chenaillet und den Mont Chaberton. An anspruchsvollen Zielen findet sich darin auch der Pic de Rochebrune, Schwierigkeit PD sup. (in etwa „schwieriger als etwas schwer”), welcher im Gipfelanstieg Kletterei im Schwierigkeitsgrad 3a verlangt.

Wanderführer Briançonnaise50 sommets sans corde

Alpen-Blumen

( Ich bin kein Botaniker. Die Artbezeichnungen können falsch sein! )

Alpen-Veilchen, Viola calcarata
Alpen-Veilchen, Viola calcarata, gefunden unterhalb des Gipfels des Prorel.
Alpen-Leinkraut, Linaria alpina
Alpen-Leinkraut, Linaria alpina, gefunden auf der Südseite von Clot la Cime.
Spinnweben-Hauswurz, Sempervivum arachnoideum
Spinnweben-Hauswurz, Sempervivum arachnoideum, gefunden auf der Südseite vom Grand Area.
Berg-Hauswurz, Sempervivum montanum, Alpen-Ehrenpreis, Veronica alpina
Berg-Hauswurz, Sempervivum montanum, Alpen-Ehrenpreis, Veronica alpina, gefunden auf der Südseite vom Grand Area.
Arnika, Arnica montana
Arnika, Arnica montana, gefunden auf dem Weg zum Lac des Cordes.
Alpen-Akelei, Aquilegia alpina
Alpen-Akelei, Aquilegia alpina, gefunden auf dem Weg zum Collet Vert nördlich des Grand Charvia.
Alpenhelmkraut, Scutellaria alpina
Alpenhelmkraut, Scutellaria alpina, gefunden auf der Südseite von Clot la Cime.
Schwarzes Kohlröschen, Nigritella nigra
Cornelia Kohlröschen, Nigritella corneliana, gefunden oberhalb des Lac du Serpent. Vorkommen gibt es ab 2000 m ausschließlich in den Haute Alpes und den Alpes maritimes.
Alpenaster, Aster alpinus, und Gemeiner Spitzkiel, Oxytropis campestris
Alpenaster, Aster alpinus, und Gemeiner Spitzkiel, Oxytropis campestris, gefunden am Tete Noir.
Allionis Glockenblume, Campanula alpestris
Allionis Glockenblume, Campanula alpestris, gefunden westlich unterhalb des Col du Chaberton.

Briancon, Cité Vauban

Briancon, Cité Vauban unterhalb der Porte d'Embrun
Festungsanlagen der Cité Vauban unterhalb der Porte d'Embrun, im Hintergrund gerade so erkennbar der Weiler Mélezin (der Wiesenfleck), überragt von der Cime du Mélezin und den Gipfeln, welche in den nach NO und NW ziehenden Kämmen liegen, die vom Pic de Jean Rey ausgehen.
Briancon, Cité Vauban, militärische Übungen in historischen Uniformen
In den Festungsanlagen der Cité Vauban werden militärische Übungen in historischen Uniformen für die Besucher gezeigt.
Briancon, Cité Vauban
Seit 2008 wird die Cité Vauban zum UNESCO-Weltkulturerbe gezählt. Der Umgang mancher Zeitgenossen damit zeigt die leider (zu) oft erlebte Respektlosigkeit (im Bild rechts).
Briancon, Cité Vauban
In den Gassen der Cité Vauban finden sich zahlreiche Restaurants und Geschäfte mit Produkten aus der Region.

Prorel, 2566 m

Prorel, Tal der Guisane
Blick vom Gipfel des Prorel in das Tal der Guisane.
Prorel, Durance-Tal
Blick vom Gipfel des Prorel, tief unten das Durance-Tal mit der Mündung des Tales der Cerveyrette und dem Lac Pont Baldy. Im Hintergrund der Pic de Rochebrune.
Prorel, Croix d'Aquila
Blick vom Gipfel des Prorel in das Durance-Tal. Der grüne Rücken rechts im Mittelgrund ist die Crête du Dos d'Ane de Passaga, deren höchster Punkt am Croix d'Aquila ist. Ein unbezeichneter Weg führt vom Col de la Trancoulette zum Croix d'Aquila. Direkt dahinter im Bild der Pic de Montbrison.
Prorel, Tête des Lauzieres
Blick vom Gipfel des Prorel, bildbeherrschend der Tête des Lauzieres, rechts davon der Rocher Bouchard und noch weiter rechts die Cime de la Condamine.
Prorel, Mont Pelvoux
Blick vom Gipfel des Prorel, der grüne Berg knapp rechts der Bildmitte mit den zwei Schneeflecken ist der Sommet de l'Eychauda. Links darüber teils in den Wolken mit dem Hängegletscher der Mont Pelvoux.
Prorel, Croix de la Nore
Der Prorel, fotografiert vom Weg zum Croix de la Nore.

Col des Ourdeis, 2420 m

Clot la Cime
Die Wanderung zum Col des Ourdeis führt über herrliche Wiesen. Der Clot la Cime ist auch vom Col des Ourdeis (etwas rechts außerhalb des Bildes) erreichbar, allerdings nur für Leute, die schlafwandlerisch auch mit sehr üblem Gehgelände zurecht kommen: zunächst vom Col auf Wegspur auf den rechts erkennbaren Rücken, dann weglos linkshaltend (!) zum Gipfel. (Die Wegspur leitet von dem Rücken sich verlierend nach rechts in überaus böses Gehgelände.)
Pic de Beaudouis, Crete de Buguet
Wanderung zum Col des Ourdeis, im Westen des Talbodens stehen gerazu dolomitisch anmutende Wände, links Pic de Beaudouis, rechts Crete de Buguet.
Crête des Granges, Grand Peygu
Wanderung zum Col des Ourdeis, nördlich der Crete de Buguet befindet sich der Col de la Roya, rechts davon die NO-Schulter der Crête des Granges, der Col des Peygus und der Grand Peygu. Über den Col de la Roya führt der leichteste Anstieg auf die Crête des Granges, mit F sup. eingestuft. Am rechten Bildrand sind zwei Dolinen erkennbar.
Lasseron, Chenaillet und Grand Charvia
Wanderung zum Col des Ourdeis, rechts der Lasseron, links dahinter dicht beieinander der Chenaillet und Grand Charvia, links vom Chenaillet dahinter der Mont Chaberton.
Col des Ourdeis
Blick vom Col des Ourdeis Richtung SSO in das Gebiet um Ceillac im Parc Naturel Régional du Queyras.
vom Col des Ourdeis Richtung S zum Pic du Cros
Blick vom Col des Ourdeis Richtung S zum Pic du Cros.

Lac de l'Orceyrette

Lac de l'Orceyrette
Der Lac de l'Orceyrette liegt idyllisch im Tal der Orceyrette, Blick nach Süden in den Talschluß.
Lac de l'Orceyrette
Lac de l'Orceyrette

(2010)

nach oben

preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload preload