Die erste Bekanntschaft mit diesem Gebiet machten wir 1995. Seitdem sind wir immer wieder dort gewesen, u.a. 1999, 2000 und vorläufig letztmalig 2006. Da sind viele Touren zusammen gekommen. Einige der besten sind hier vorgestellt. Das Gebiet um den Falzaregopaß habe ich dabei recht weit gefasst, quasi von St. Kassian bis Cortina d'Ampezzo. Die Tourenmöglichkeiten sind überaus umfangreich, so dass dies hier nur Anregungen sind und viele Möglichkeiten für uns noch offen sind....

Wandern und Klettern in den sommerlichen Dolomiten, muss man auf das Wetter achten?

Das Hauptrisiko beim Bergsteigen in den sommerlichen Dolomiten ist das Wetter. Das Gebiet um den Falzarego-Pass, Valparola-Pass und Giau-Pass liegt oberhalb der 1800-m-Grenze, oberhalb derer ganzjährig Schneefälle möglich sind. Insbesondere auf lokale Gewitter sollte man achten, welche sehr heftig ausfallen können inklusive aller Zutaten wie Hagelschlag, Sturm und Murenabgängen. Das heftigste selbst im Freien erlebte Gewitter ereignete sich an einem Tag, an dem Gewitter mit nahezu 100% Wahrscheinlichkeit vom Wetterdienst ausgeschlossen wurden: der Hagel lag in 2300 m ca. 10 cm hoch, über den zum Abstieg benutzten Almweg sind zwei Muren hinweg gegangen. Der Almbauer hat mehr als eine Woche gebraucht, um den Gesteinsschutt weg zu schippen und den Weg wieder befahrbar zu machen....

Was kann man also selbst tun, um das Risiko z.B. schmerzhaften Hagelschlags zu minimieren?

In erster Linie ist ein Tourenbeginn am frühen Morgen zu empfehlen. Als Anhaltspunkt möchte ich die Zeiten (MESZ) nennen, zu denen wir laut Tourenbuch die Gipfel erreichten:

Auch, wenn ich mich wiederhole, besonders wichtig ist die Beobachtung der lokalen Wetterentwicklung. Nicht selten passiert es, dass an einem Massiv ein lokales Sommergewitter nieder geht und zwei Kilometer weiter die Sonne scheint. Mitunter laufen auch regelrechte lokale Gewitterwellen über die sommerlichen Dolomiten. Touren sollte man nicht um jeden Preis durchziehen. Die schönste Landschaft bringt nichts, wenn man sich im Einheitsgrau bewegt. Das Risiko, insbesondere in erdigen und Steilgras-Bereichen auszugleiten, wächst. Mir sind tödliche Wanderunfälle bekannt, wo versucht wurde, bei nasser Witterung felsige Bereiche in Grasgelände zu umgehen (Der Fels hätte übrigens gehalten, der weicht nicht auf!). Außerdem sollte klar sein, wie man sich bei Gewitter im Gebirge verhält (kein Anspruch auf Vollständigkeit):

Ein weiterer Gefahrenpunkt können hart gefrorene Altschneefelder am Morgen und bei Wetterstürzen sein. Wetterstürze werden mittlerweile mit hoher Zuverlässigkeit vorhergesagt, also aktuelle Wetterinformationen vor Antritt der Tour einholen.

Dolomitenglockenblume, Campanula morettiana
Die Dolomitenglockenblume, lat. Campanula morettiana Rchb., ist eine echte Felsbewohnerin. Sie kommt in einer Höhe von 1500-2300 vor und besiedelt senkrechten und überhängenden Kalk- und Dolomit-Fels.
Dolomitenglockenblume, Campanula morettiana
Die Dolomitenglockenblume, lat. Campanula morettiana Rchb., hier in senkrechten Spalten in gelbem Fels.
Echte Teufelskralle, Physoplexis comosa
Die Echte Teufelskralle, lat. Physoplexis comosa (L.) Schur., auch unter Schopfige Teufelskralle bekannt, kommt an senkrechten und überhängenden Dolomit- und Kalkfelsen angeblich bis in 2000 m Höhe vor. Wir fanden sie deutlich oberhalb dieser Grenze in einer Südwand.
Echte Teufelskralle, Physoplexis comosa
Die Echte Teufelskralle, lat. Physoplexis comosa (L.) Schur., hier eine besonders schöne in einem senkrechten Riss.
Dolomitenglockenblume, Campanula morettiana, Echte Teufelskralle, Physoplexis comosa
Ein besonderes Foto: Beide Arten, die Dolomitenglockenblume, lat. Campanula morettiana Rchb., und die Echte Teufelskralle, lat. Physoplexis comosa (L.) Schur., sind sehr selten und noch ungleich seltener in unmittelbarer Nachbarschaft anzutreffen.
Bergsalamander
Bei entsprechend feuchter Witterung sind Bergsalamander anzutreffen.

(2006)

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Seite „alpin” zur Nördlichen und Mittleren Fanisspitze, zwei Berge nördlich des Falzaregopasses.

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