Allgemein

Genussklettern am Falzaregopass in den Dolomiten, was heißt das? Bruch? Steinschlag? Schlechte Haken?
Nichts davon! ABER: Hier zählt nicht nur der Schwierigkeitsgrad. Du solltest in der Lage sein, den jeweiligen Schwierigkeitsgrad souverän zu klettern, Dich in Felsgelände orientieren können, ohne den nächsten Haken zu sehen (Grundregel: Weg des geringsten Widerstands, auf mögliche Verhauer wird in Beschreibungen und Topos normalerweise hingewiesen) und auch in der Lage sein, einen runout im leichteren Gelände hin zulegen. Wenn dann noch das Wetter passt, bekommst Du ein einmaliges Klettererlebnis in fantastischer Landschaft. Bei den namentlich erwähnten Route stecken ausreichend Haken. Du solltest allerdings noch ein paar Klemmkeile und Schlingen für Sanduhren und Köpfel dabei haben und in der Lage sein, einen Standplatz zu bauen. In die engere Auswahl für die aufgeführten Routen kamen nur kürzere Anstiege bis max. 10 Sl und kurzem schnellen Zu- und Abstieg.

Cinque Torri, Fünf Türme

Dort ist man selten allein, sehr gutes Ausweichziel bei nicht so gutem Wetter. Zahlreiche Sportkletterrouten, dazu alpine Einstiegsrouten:

Hexenstein

Am Hexenstein gibt es mehrere kurze Routen, zu Recht die bekannteste ist die Südkante. Am Wandfuß in unmittelbarer Straßennähe gibt es einen Klettergarten, an dem man beim Zustieg unmittelbar vorbei kommt.

Kleiner Lagazuoi

Dieser Seilbahngipfel besitzt nach Westen und Süden mehrere lohnende Wände mit Routen überwiegend aus den 80iger und 90iger Jahren. Sie zeichnen sich u.a. auch dank des neuen „Kaiserjägerweges” durch kurze Zu- und Abstiege aus. Den in der Nähe des Weges vom Falzaregopass zur Travenanzes-Scharte gelegenen Klettergarten haben wir sehr unterschiedlich erlebt: Beim ersten Besuch kam nicht mal ein Staubkorn herunter. Bei unserem zweiten Besuch war eine italienische Seilschaft mit mindestens fünf Kletterern in der „Cengia Martini”-Führe unterwegs. Es kamen Felsbrocken von Schädelgröße mit solcher Energie geflogen, dass auch ein Helm nichts mehr nützen würde. Der Fels der Route ist laut Führer ausgezeichnet......
Eine sehr empfehlenswerte Route ist:

Falzaregotürme

Kleiner und Großer Falzaregoturm stehen für Klettergenuss pur. Der dritte Gipfel Punta Alpina hält sich an die alte Dolomiten-Regel „Umso kleiner um so gemeiner”, was sich in erster Linie auf den Abstieg bezieht.

Kleiner Falzaregoturm

An diesem Felsturm gibt es viele gute Routen. Die dritte Sl der „Brandolin” ist vor einiger Zeit einem Felssturz zum Opfer gefallen. Nach der dritten Sl der „Comici” gibt es eine Möglichkeit, in diese Route zu queren. Der Klassiker ist aber:

Großer Falzaregoturm

Das Beste am Großen Falzaregoturm ist, dass man im Abstieg vom Kleinen Falzaregoturm direkt an dessen Südwestkante vorbeikommt und nur wenige Meter oberhalb dessen Westwand ist. Man kann also bei gutem Wetter einfach noch eine Route dranhängen.

Punta Alpina

Die Punta Alpina fällt überhaupt nicht auf und besitzt eine sehr schöne Südkante. Der Abstieg führt allerdings über heikles Gehgelände.

Col dei Bos

Hier sind die Routen schon etwas länger (13 Sl) und auch der Abstieg etwas weiter. Westlich vom Col dei Bos befindet sich noch die Pyramide mit zwei 10-Sl-Routen, welche wir bisher (noch) nicht gemacht haben.

Tofana di Rozes

Auch wenn die klassische Südwandroute nur IV ist, handelt es sich angesichts der Länge von 21 Sl + 2x Gehgelände + 45 Min. vom Ausstieg bis zum Gipfel mit nicht gerade einfacher Orientierung um ein ernst zu nehmendes Unterfangen. Selbst der kleinste Pfeiler ist nicht unter V+ und 14 Sl zu haben.

Kletterführer

Empfehlenswerte Kletterführer für das Gebiet sind von Mauro Bernardi „Klettern in CORTINA D'AMPEZZO und Umgebung DOLOMITEN” mit sehr genauen Topos und 145 Routen und von Roberto Casanova „Arrampicata sportiva a Cortina d'Ampezzo” (it, de, en) mit den kompletten Cinque Torri/Fünf Türmen und weiteren Sportklettermöglichkeiten rund um Cortina d'Ampezzo.

Bernardi Casanova

Cinque Torri/Fünf Türme, Torre Grande, „Bergführer-Weg”
Die Cinque Torri/Fünf Türme. Das „E” markiert den Einstieg des Torre Grande Westgipfel „Bergführer-Weg” (Westwand).
Cinque Torri/Fünf Türme, Torre Quarta Alta, Torre Quarta Bassa
Mitten zwischen den Cinque Torri/Fünf Türmen. Links der Torre Quarta Alta, rechts der Torre Quarta Bassa. Am Ausstieg des Normalweges auf den Torre Quarta Bassa befindet sich ein Kletterer.
Ausstieg des Normalweges auf den Torre Quarta Alta, Torre Quarta Bassa
Am Ausstieg des Normalweges auf den Torre Quarta Alta, unten eine Seilschaft im Normalweg auf den Torre Quarta Bassa.
Normalweg auf den Torre Inglese
Die schöne Verschneidung in der ersten Sl. des Normalweges auf den Torre Inglese.
Normalweg auf den Torre Inglese
Die letzten Meter des Normalweges auf den Torre Inglese.
auf Westgipfel des Torre Grande, Torre Latina, Torre Quarta Alta und Bassa, Torre Inglese
Blick vom Westgipfel des Torre Grande auf Torre Latina, Torre Quarta Alta und Bassa und Torre Inglese.
Hexenstein
Blick vom Kleinen Lagazuoi zum Hexenstein, K=Klettergarten, E=Einstieg zur Südkante.
Südwand des Kleinen Lagazuoi, „Via del Buco”
Der linke Sektor der Südwand des Kleinen Lagazuoi mit dem Einstieg der „Via del Buco”.
„Via del Buco” am Kleinen Lagazuoi
In der „Via del Buco” am Kleinen Lagazuoi.
Kleiner Falzaregoturm, „Comici”, „Brandolin”
Die Südwand des Kleinen Falzaregoturmes, „E” ist der Einstieg der „Comici”. Der deutlich sichtbare Felsausbruch hat die dritte Sl der „Brandolin” zerstört. Man kann nach den ersten beiden Sl der „Brandolin” in die „Comici” gehen und oberhalb des Ausbruchs wieder in die „Brandolin” queren (vom zweiten Stand der „Comici” 2 m absteigen, 6-m-Quergang nach rechts).
Punta Alpina, Südwestwand des Großen Falzaregoturmes
Der kleinste Fels in der Gruppe der Falzaregotürme, die Punta Alpina, hebt sich aus den meisten Richtungen kaum ab, bietet aber eine lohnende Südkante. Links der Punta Alpina die Südwestwand des Großen Falzaregoturmes.
Kleiner Falzaregoturm, Großer Falzaregoturm, Punta Alpina, Cima Falzarego
K.F. = Kleiner Falzaregoturm, G.F. = Großer Falzaregoturm, P.A. = Punta Alpina, C.F. = Cima Falzarego, der eigentliche Gipfel ist nicht sichtbar und befindet sich weiter nördlich.

(2006)

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